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Echtbahn Vorbildbahn
Deutsche Bahn erprobt innovative Schienenstegdämpfer
Investition von vier Millionen Euro für den Einbau von Schienenstegdämpfern auf der Strecke Emmerich - Oberhausen

Schienenstegdämpfer im Bahnhof Rathen auf der Bahnstrecke Dresden–Děčín. Die Dämpfer wurden im Frühjahr 2011 als Erprobungsträger auf der Elbtalbahn installiert. (Bild: Wikipedia)
Die Deutsche Bahn setzt bei der Lärmminderung nicht nur auf bewährte Maßnahmen wie Lärmschutzwände und schallisolierte Fenster, sondern erprobt auch neue, innovative Technologien wie Schienenstegdämpfer. Dafür hat das Bundesverkehrsministerium insgesamt 100 Millionen Euro bereit gestellt.
Im Rahmen des Konjunkturprogramms II werden in diesem Jahr auch innovative Lärmschutzmaßnahmen auf der Ausbaustrecke Emmerich - Oberhausen erprobt. Um den Schienenlärm einzudämmen, werden ca. vier Millionen Euro für den Einbau von Schienenstegdämpfern in Wesel, Mehrhoog, Haldern und zwischen Emmerich und der Landesgrenze investiert. In Wesel, Haldern und Emmerich sind erste Maßnahmen schon durchgeführt. Aktuell laufen Einbauarbeiten in Mehrhoog. Alle Maßnahmen, die zusammen auf ca. 8 Kilometern eingebaut werden, sollen im November beendet sein.
Bei den Schienenstegdämpfern handelt es sich um Kunststoff ummantelte Resonanzkörper, die in kurzen Abständen direkt an beiden Seiten des Schienenstegs montiert werden. Dieses Masse-Feder-System dämpft künftig die Schwingungen des Gleises, die bei der Überfahrt durch den Zug entstehen. Mit den Schienenstegdämpfern soll das abgestrahlte Rollgeräusch reduziert und der wahrgenommene Lärm vermindert werden.
Das Programm zur Erprobung von innovativen Maßnahmen zur Reduzierung von Lärm- und Erschütterung am Fahrweg läuft seit 2009. Dabei werden bundesweit 14 neue und innovative Technologien in über 100 Einzelmaßnahmen erprobt. Die Wirkung der Lärmminderung wird dann größtenteils im Jahr 2011 untersucht. Erste Lärmmessungen nach Einbau von Schienenstegdämpfern zeigen eine Reduktion des Lärmpegels um ca. drei Dezibel. Bereits im Jahr 2010 konnten die Umsetzungen der Maßnahmen auf den Weg gebracht werden, bis zum Jahresende 2011 werden alle Maßnahmen realisiert und lärmseitig gemessen sein.
Die ABS 46/2 ist Teil eines deutschen und europäischen Ausbaukonzeptes auf der Achse Rotterdam-Genua. Insbesondere aus den niederländischen und belgischen Nordseehäfen wird für die kommenden Jahre mit einem erheblichen Verkehrswachstum auf der Schiene gerechnet. Mit einem neuen dritten Gleis kann eine stärkere Entmischung langsamer und schneller Verkehre zwischen Emmerich und Oberhausen ermöglicht und damit auch die Kapazitäten ausgeweitet werden; mehr Verkehr auf der Schiene wird so möglich. Zudem kann mit einer Steigerung der Flexibilität in der Streckenbelegung auch die Qualität des Schienenpersonennahverkehrs verbessert werden.
Neben den Schienenstegdämpfern sorgen umfangreiche Schallschutzmaßnahmen für eine Reduzierung der Lärmemissionen. Fachleute der regionalen Wirtschaft gehen davon aus, dass Investitionen in die Infrastruktur die Wirtschaftskraft der Region Niederrhein aufgrund ihrer Verteilerfunktion für die aus den Seehäfen kommenden Verkehre deutlich stärken.




