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Modelleisenbahnhersteller Märklin stellt erste Pläne für neues Museum in Göppingen vor

Der Entwurf des maerklineums in Göppingen mit dem Eingangsbereich (Bildquelle: Märklin)

märklineum verbindet interessante Eisenbahnhistorie mit lebendiger Erlebniswelt für Jung und Alt. Geplant ist unter anderem eine imposante Modellbahn-Anlage im Maßstab 1:87.

Letzter Tipp

Winterlandschaft mit Schnee auf Ihrer Modellbahn-Anlage

Kaum zu glauben, aber vorbildnahe Winterlandschaften lassen sich sogar mit der Modellbahn in der Nenngröße 1:220 ("Spur Z") erschaffen (Foto: Holger Späing)

Eine Winterlandschaft mit Modellschnee gehört zur "hohen Schule" des Modellbahn-Anlagebaus

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AdW Modellbahn-Anlage

Modellbahn-Lexikon: Eine AdW-Anlage ist eine Modellbahn-Anlage "An-der-Wand"

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Beitragsübersicht Magazin Modellbahntechnik aktuell

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Modellbahn-Neuheiten Herbst / Winter 2016

Messerundgang IMA 2016 in Köln

Test: H0-Modell der Märklin / Trix G 2000

Central Station 3: Von der Digitalzentrale zum Modellbahn-Computer

3D-Druck: Neues Einsteigermodell RF100 von Conrad Electronic

Test: Märklin / Trix LINT 27 - Nebenbahn- und Modellbahnretter?

Test: Märklin / Trix VT 95.9 - ein ganz besonderer "Roter Brummer"

Modellbahn-Community: Neuer YouTube-Kanal gestartet

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Modellbahn-Apps

Modellbahn-Apps: Die digitale Modelleisenbahn geht jetzt richtig App

Das Modellbahn-Hobby hat sehr viele Facetten. Wer sich als aktiver Modellbahner für die digitale Steuerung seiner Modellbahn-Anlage interessiert, für den bieten die Modellbahn-Apps eine hochinteressante Alternative oder Ergänzung zur Programmierung und dem Einsatz als mobilem Fahrgerät. App ist die Kurzform von Application (dt. = Anwendung), gemeint sind insbesondere Anwendungen für Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets. Diese Art der Modellbahn-Steuerung bringt eine Reihe von Vorteilen für Sie mit: 

  1. Modellbahn-Apps sind im Vergleich zur Anschaffung von anderen mobilen Modellbahn-Steuergeräten spottbillig, teils sind sie sogar kostenlos.
  2. Mit Mobilgeräten ergänzen Sie Ihre vorhandene Modellbahn-Digitalzentrale ideal. Aus dem Grund haben z.B. Modellbahn-Hersteller wie Märklin (Central Station) und Roco (Z21) ihre Digitalzentralen schon "ab Werk" für die Steuerung per App vorgesehen bzw. vorbereitet.
  3. Mit Modellbahn-Apps erhöhen Sie den Spielspaß. Befreit von der Verkabelung werden Sie zum Fahrdienstleiter, Rangierer, Zugführer und Lokführer genau an der gewünschten Stelle Ihrer Anlage. Und es können problemlos koordiniert auch Freunde und Enkel mitspielen, ohne dass es Gerangel um die Bediengeräte gibt.

Tablet-PC an Digitalzentrale Roco Z21

Tablet-PC beim Einsatz als Fahrgerät an der Digitalzentrale Roco Z21 (KLICK zum Vergrößern)

 

Was benötigen Sie? Geräte und Betriebssysteme für Ihre Modellbahn-Apps

Modellbahn-Apps laufen prinzipiell auf allen Smartphones und Tablets. Während Apps für das Google Android-Betriebssystem keinen Unterschied zwischen Smartphones und Tablets machen, müssen Sie beim Apple iOS-Betriebssystem beachten, dass es die Apps in zwei auf die unterschiedlichen Geräteklassen angepassten Ausführungen gibt. Weitere Hinweise, ab welcher Betriebssystem-Version eine App läuft, finden Sie in der Beschreibung der App seitens des Entwicklers oder einfach im Online-Store des Systems, also im Google Play bzw. im Apple iTunes-Store.

Native, also auf das interne Betriebssystem (Betriebsprogramm) angepasste Modellbahn-Apps, gibt es praktisch nur für die beiden Mobile-Systeme Google Android und Apple iOS. Der Marktanteil der Systeme anderer Hersteller ist zu gering, als dass sich die Entwicklung von Modellbahn-Apps lohnen würde. Trotzdem können sogar Mobilgeräte mit anderen Betriebssystemen als Android und iOS an Ihrem Modellbahn-Betrieb teilhaben.

Denn zudem gibt es noch die "Web-Apps", die auf jedem Browser (Anzeigeprogramm für Internet-Inhalte) laufen. Dabei spielt es dann dann gar keine Rolle, um was für ein Gerät (PC, Notebook, Mobilgerät) oder was für eine Plattform es sich handelt. Um eine Web-App für die Modellbahn zu nutzen, starten Sie also nicht eine spezielle App, sondern einfach einen Browser auf dem Mobilgerät und geben in der Adresszeile die Zugangsadresse für das System ein. Dadurch sind Web-Apps völlig systemunabhängig und plattform-übergreifend nutzbar. Diese Art der Steuerung per Modellbahn-App wird z.B. vom Digitalsystem ALAN von Toy-Tec eingesetzt.

Fazit: Die digitale Modellbahnsteuerung macht per Smartphone und Tablet den Schritt zur nächsten Entwicklungsstufe. Bereits jetzt sind Hersteller wie ESU, Märklin, PIKO, Roco und Toy-Tec auf den Zug der Zeit aufgesprungen, zudem gibt es beachtenswerte Software-Entwicklungen kleinerer Unternehmen oder sogar aus der OpenSource-Szene der quelloffenen Software. Insbesondere als aktiver Betriebsbahner profitieren Sie gleich mehrfach vom Einsatz von Modellbahn-Apps.

 

Modellbahn-Apps zur Steuerung Ihrer digitalen Modellbahn-Anlage

Die folgenden Apps dienen dazu, eine Modellbahn-Anlage digital zu steuern. Dazu ist die Verbindung mit der zugehörigen Modellbahn-Digitalzentrale des Systems bzw. mit der Steuerungs-Software auf einem PC herzustellen. Die Reihenfolge der Apps ist alphabetisch, ausführliche Informationen zu den Apps finden Sie auf den verlinkten Seiten:

Engine Driver JMRI Throttle

Win-Digipet Mobile

 

Apps mit Modellbahn- und Eisenbahn-Simulationen

Die folgenden Apps bieten Ihnen Simulationen der Vorbild-Echtbahn und/oder einer Modelleisenbahn-Anlage. Die Zahl dieser Apps ist geradezu sprunghaft gestiegen, wir werden die Liste weiterhin ergänzen:

DB Zugsimulator

der kleine ICE

Train SIM

 

Modellbahn-Schauanlagen: Ein Besuch in der OKtoRail in Essen

Der Eingang zur OKtoRail-Schauanlage
Der Eingang zur OKtoRail-Schauanlage
Das Autowerk auf der Anlage
Das Autowerk auf der Anlage
Bahnhof auf OKtoRail
Bahnhof auf OKtoRail
Hafenanlagen-Szenerie
Hafenanlagen-Szenerie
Typischer Hochofen der Schwerindustrie
Typischer Hochofen der Schwerindustrie
Zechenmodell auf OKtoRail
Zechenmodell auf OKtoRail

Im Frühsommer 2014 eröffnete die neue Modellbahn-Schauanlage OKtoRail im Gruga-Park in Essen. In der dortigen Orangerie sollte eine schöne, verwinkelte entstehen, die auch Besucher mit einem gewissen Bildungshintergrund zufrieden stellt. Der Pfingststurm Ela wirbelte die Eröffnung etwas durcheinander, aber Mitte August war es dann soweit. Als normale Besucher „getarnt“ statteten wir der OKtoRail an einem Sonntagnachmittag einen Besuch ab.

An diesem Tag war die Gruga gut besucht und so bildete sich bereits am Eingang zum Park eine kleine Schlange. Doch an der Parkkasse war außer einem Flyer kein Hinweis auf die Modelleisenbahn zu sehen. Leider gibt es auch keine Möglichkeit ein Kombi-Ticket zu erwerben oder schon direkt am Parkeingang auch eine Karte für die OKtoRail mit zu kaufen.

Im Park selber findet man keine Hinweisschilder zur Modellbahn, doch die Orangerie ist den meisten Besuchern bekannt und wenn man vom Eingang aus die erste große Wiese erreicht und seine Blicke nach links und rechts schweifen lässt, dann fällt der Blick schnell auf das Glasgebäude mit dem großen Schriftzug der Bahn.

Anders als zuvor bei der MWO, der Miniaturwelt Oberhausen, warteten hier bereits weitere Gäste an dem nett gestalteten Kassenhäuschen. Der gesamte Eingangsbereich mit kleiner Bahnhofshalle und teilweise nachgebildeten Personenwagen macht einen sehr einladenden Eindruck. Die Dame an der Kasse öffnet den Besuchern die Türe zum Personenwagen. Kaum hat man dort Platz genommen, öffnen sich die „Vorhänge“ an den Monitoren und der Zug setzt sich mit einem spürbaren Ruckeln in Bewegung. Der Effekt eines rollenden Zuges mit seinen Schienenstößen etc. wurde sehr gut umgesetzt. Auf den Monitoren unternimmt man nun eine Reise zurück in die Zeit. Schön gestaltet fährt man in 10-Jahres-Schritten zurück bis in die 60er Jahre. Dann hält der Zug im Bahnhof OKtoRail an und die Türe auf der anderen Seite kann geöffnet werden.

Nun steht man vor ihr, der OKtoRail. Im Ruhrgebiet der 60er Jahre beginnt die Reise auf der rechten Anlagenseite an einem großen Hafen. Links zieht sich die Ruhr entlang. Liebevoll in Szene gesetzt und mit vielen kleinen Details ausgestattet zieht die Anlage die Blicke auf sich. Während auf der linken Seite noch die gerade in den Berg gehauenen ersten Stollen der Kohleförderung zu sehen sind, fahren rechts bereits die Züge der 60er-Jahre über die C-Gleise. Während diese Gleise in der Bauphase noch sehr spielerisch aussahen, hat man sie inzwischen sehr schön in die Anlage eingebunden, so dass auch die einfach Gleisgeometrie des C-Gleises nicht störend ins Auge fällt. Nach nur wenigen Metern erstreckt sich recht eine riesige Industrieszenerie entlang der Schienenstränge. Von Joswood produziert und aufgebaut sieht der Betrachter eine wunderschöne Zeche, eine Kokerei und natürlich auch ein Stahlwerk. Der Hochofen wurde hier allerdings von einer Privatperson gebaut und in die Anlage integriert. Ein wunderschönes Modell mit perfekter Beleuchtung.

Das Ganze spielt sich vor einer perfekt an die Anlage angepassten Hintergrundkulisse von JoWi ab. Was dem Betrachter kaum auffällt, ist der Epochenwechsel. Immer wenn die Züge in einen Tunnel einfahren, kommen sie auf der anderen Seite in der Folgeepoche wieder raus. So erzählt man bei der OKtoRail nicht nur die Geschichte der Montanindustrie von der Kohle und Eisenerzförderung über deren Abtransport hin zum Stahlwerk, sondern auch die weiteren Verarbeitungsmöglichkeiten der Stahlprodukte, hier Bleche, in der Autoindustrie und die Fertigung von Fahrzeugen und deren weiterer Transport mit Zügen in die weite Welt. Optische und auch technische Highlights ziehen den Betrachter in ihren Bann. Sei es die riesige Bahnhofshalle des Hauptbahnhofs, die Burg auf der Gegenseite oder der fahrende Radfahrer. Dazu gesellt sich eine perfekt und aufwändig gestaltete Landschaft. Am Autowerk angekommen, sieht man durch große Scheiben den Produktionsweg eines „Modellautos“ bis zur Auslieferung. Sehr gut wurde hier die Fließbandproduktion im Modell umgesetzt.

Doch so sehr die Anlage mit ihren vielen Details und ihrer top Gestaltung auch glänzen kann, so sehr stören den Modellbahner die nicht so beeindruckenden Zugfahrten. Uralte Märklin-Loks ziehen teilweise quietschend und laut schnarrend ihre Runden. Moderne Loks und Züge findet man nur sehr wenige. Auch die Anzahl der fahrenden Züge ist im Verhältnis zur Größe der Anlage einfach zu gering. Gleiches gilt für die Zuglängen, gerade bei den Güterzügen. Besonders auffallend ist dies im links, schmalen Anlagenteil, wo teilweise minutenlang keine Züge verkehrten.

Auch die heute in aller Munde befindlichen und gerne gesehenen fahrenden Modellautos sucht man auf der OKtoRail vergebens. Wir konnten zwar in Erfahrung bringen, dass es eine kleine Rundstrecke ums Autowerk gibt, doch die drei vorhandenen PKW sind in der Regel außer Betrieb. Auch wünscht man sich mehr „Action“ durch Knopfdruckaktionen, um so gezielter in den Anlagenbetrieb einzugreifen. Das würde gerade die Kinder freuen.

Was allerdings sehr lobenswert ist, ist die Zusammenarbeit von OKtoRail mit einem Märklin-Insider-Stammtisch. So wird es mehrmals im Jahr extra Events zum Fahren langer Züge geben, im Jargon als LTE (Long Train Event) bekannt. Dafür wurde in die Anlage eine eigene Strecke installiert, die getrennt vom übrigen Anlagenfahrbetrieb separat betrieben werden kann und an den Fahrtagen den Modellbahnern zur Verfügung gestellt wird.

Auch soll es über kurz oder lang eine Smartphone-App geben, die den genauen Standort des Besuchers an der Anlage ermittelt und dem Besucher so punktgenaue Informationen zur Anlage mitteilt. Lobenswert war auch die Informationsbereitschaft der Mitarbeiter in der Halle, die unsere Fragen gerne beantworteten und uns auch gerne mal einen Blick hinter die Anlage ermöglichten.

Die Eintrittspreise von 3,90 € für Erwachsene sind recht moderat, doch man darf nicht vergessen, dass man zuvor auch noch den Eintritt in den Gruga-Park mit 4,00 € bezahlen muss. Kinder erhalten einen vergünstigten Eintritt. Für Park und Anlage gibt es auch Familienkarten. Die Anlage ist täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Fazit: Die OKtoRail ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Anlage ist wunderbar gestaltet und toll in Szene gesetzt. Die Geschichte vom Erz zum Auto ist perfekt umgesetzt worden und auch die Zeitreise passt hervorragend ins Gesamtkonzept. Nur der Zugverkehr könnte an Menge und Länge noch deutlich zunehmen und die eingesetzten Fahrzeuge sollten sich der sehr guten Qualität der Anlage anpassen.

(Text und Bilder: Dieter Holtbrügger)