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Donnerstag 22. Oktober 2009
Fleischmann kündigt fast 100 Mitarbeitern
Fleischmann muss Personal abbauen - Planung mit nur noch 130 Mitarbeitern
- Phase 2 der Restrukturierung unumgänglich
- Trotz Kurzarbeit hohe operative Verluste in 2009
- Strategische Unternehmensfunktionen bleiben in Heilsbronn
Die Modelleisenbahn Holding GmbH. aus Bergheim b. Salzburg
(Österreich) hat als Eigentümer heute, Donnerstag, 22. Oktober, die
weiteren Restrukturierungspläne für die Gebr. Fleischmann GmbH
und Co. KG in Heilsbronn (Bayern) in einer Betriebsversammlung
der Belegschaft bekannt gegeben.
Laut CEO Leopold Heher kann Fleischmann nach derzeitiger
Einschätzung mit einem Umsatz von maximal 20 Millionen Euro
jährlich rechnen (Plan 2009: 19 Mio ?). Für dieses Volumen, das
europaweit immer noch beachtliche zehn Prozent Marktanteil
bedeutet, benötigt Fleischmann in Heilsbronn aber nicht die
derzeitigen 226 Arbeitsplätze, sondern nur mehr etwa 130.
Das Management von Fleischmann wird demnächst in
Verhandlungen über die dafür notwendigen betriebsbedingten
Kündigungen und den begleitenden Sozialplan eintreten.
CEO Heher legte ein Bekenntnis zur Marke Fleischmann und zur
großen Tradition des Unternehmens ab. Die Modelleisenbahn
Holding habe schon beim ersten Schritt der Restrukturierung ab
Frühjahr 2008 mit einem Sozialplan in der Höhe von 3,4 Millionen
Euro bewiesen, dass sie zu Fleischmann stehe.
Der jetzt anstehende zweite Schritt werde das nachhaltige
Überleben des Unternehmens in einem sehr schwierigen
Marktumfeld ermöglichen. Derzeit leiste die überwiegende
Anzahl der Mitarbeiter in Heilsbronn Kurzarbeit, da die
Kapazitäten auf einen Umsatz von rund 25 Millionen
Euro ausgelegt seien.
Der zu erwartende operative Verlust von mehreren Millionen
Euro im Jahr 2009 sei nur durch Veräußerung von nicht
notwendigem Betriebsvermögen auszugleichen.
Heher machte klar, dass die Zeit angesichts dieser Zahlen dränge.
Fleischmann müsse das neue Geschäftsjahr mit der reduzierten
Struktur beginnen, wenn nicht das gesamte Unternehmen
gefährdet werden soll.
Die Details der Restrukturierung
Im Einzelnen sieht das Restrukturierungskonzept vor, dass der
Personalstand in Heilsbronn von 226 auf 130 reduziert wird.
Rund 60 Mitarbeiter werden aufgrund der Kapazitätsanpassung
und durch allgemeine Rationalisierung abgebaut, der Rest in der
Montage und im Werkzeugbau. Für die gekündigten Mitarbeiter
wird dem Betriebsrat ein umfassender Sozialplan angeboten. Das
so restrukturierte Unternehmen behält in Heilsbronn weiter
alle Führungsfunktionen, darüber hinaus Produktentwicklung und
Konstruktion, Produktionsplanung, Einkauf und Service sowie Teile
der bisherigen Produktion, nämlich Kunststoffspritzen und Ober-
flächenbearbeitung.
Der Werkzeugbau wird zwischen Heilsbronn (Know-how)
und dem österreichischen Roco-Standort Gloggnitz (moderner
Maschinenpark) aufgeteilt. Die Montage der Komponenten
wird nach Arad in Rumänien verlegt.
Phase 1 war erfolgreich
Die Modelleisenbahn Holding will mit den Maßnahmen Fleischmann
so schnell wie möglich in die Gewinnzone zurückführen, um dem
Unternehmen und seinen Mitarbeitern eine nachhaltige Zukunft zu
sichern, betonte Heher. Er fügte hinzu, dass die erste Phase der
Restrukturierung, die seit Sommer 2008 läuft, bereits positive
Ergebnisse gebracht habe. Fleischmann konnte durch den gemein-
samen Vertrieb mit Roco neue Märkte erschließen und damit den
Umsatzrückgang der vergangenen Jahre trotz der aktuellen
Wirtschaftskrise stoppen. Die Zusammenlegung der deutschen
Standorte in Heilsbronn und der Aufbau eines neuen Standortes
in Arad haben die Organisation verbessert und erste Kostenvorteile
gebracht. Die Teilung des Werkzeugbaues habe sich schon länger
abgezeichnet, weil bei Fleischmann in diesem Bereich zu lange nicht
investiert worden ist. In Gloggnitz hingegen stehe der Gruppe ein
hochmoderner Maschinenpark zur Verfügung.
Aus der Sicht der Modelleisenbahn Holding hat ein
Produktionsstandort in Deutschland durchaus Berechtigung.
Allerdings müsse dieser flexibel und schlagkräftig agieren und sich
auf die technischen Kernkompetenzen, Knowhow und Steuerung
konzentrieren. Das gelte ganz besonders für die Modelleisenbahn-
Branche, die bei schrumpfenden Märkten einen tiefgreifenden
Strukturwandel von den Marktteilnehmern verlange.
Das Unternehmen
Die Modelleisenbahn Holding GmbH mit Sitz in Bergheim bei Salzburg
(Österreich) zählt mit den Marken Roco und Fleischmann zu den
wichtigsten europäischen Herstellern in ihrer Branche. Sie erwirtschaftet
mit 840 Mitarbeitern rund 50 Millionen Euro Umsatz und hält einen
Marktanteil in Europa von 25 Prozent. Die Modelleisenbahn Holding
GmbH verfolgt die Vision, der Qualitätsspielware Modelleisenbahn
durch Innovation, Systemerweiterung und moderne Produktions-
strukturen neue Marktsegmente zu erschließen, um den
nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.




